Longevity-Training: Kein Trend, sondern langfristiges Fitnessziel
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Share Wie kann ich das Maximum aus meiner Gesundheit holen? Wie kann ich möglichst lange, möglichst gesund leben? Wer sich solche Fragen stellt, beschäftigt sich mit einem Thema, das in unserer Gesellschaft ein wachsendes Bewusstsein für aktive Gesundheit auslöst: Longevity.
EGYM hat es sich als Unternehmen zum Ziel gesetzt, das Gesundheitssystem zu reformieren. Vom Fokus auf die Behandlung von Krankheiten, hin zur Prävention. Longevity spielt in dieser Zielsetzung eine zentrale Rolle: Faktoren, die auf ein gesünderes, längeres Leben einzahlen, können präventiv auf eine Vielzahl von Krankheiten wirken. Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Sarkopenie und Osteoporose, über verschiedene Krebserkrankungen, bis hin zu Depressionen und Angstzuständen.
Longevity wird zum Fitnessziel aller Generationen.
Die Trainingsansprüche von Mitgliedern entwickeln sich immer mehr in diese Richtung – und das nicht nur bei den Altersgruppen, deren Lebensqualität auf natürliche Weise abnimmt. Genauso wie Aktienfonds zur persönlichen Kapitalanlage genutzt werden, investieren immer mehr junge Menschen in ihre langfristige Gesundheit und werden dabei immer informierter und bewusster im Umgang mit Maßnahmen und Entscheidungen, die ihre körperliche (und mentale) Fitness positiv beeinflussen.
Um den Fragen und Mythen rund um das Thema Longevity auf den Grund zu gehen, haben wir ein Interview mit Dr. Anne Latz geführt. Sie ist promovierte Medizinerin mit Fokus auf Longevity-Medizin und moderne Diagnostik. Sie bringt als Keynote Speakerin, Unternehmerin, Podcasterin und Autorin Themen und Tipps rund um nachhaltige Gesundheit, mehr Leistungsfähigkeit und Lebensqualität an die Öffentlichkeit.
Welche Faktoren haben Einfluss auf Longevity?
Eine aktuelle Studie des Weizmann Institute of Science hat untersucht, dass 50 % bis sogar 55% der erwarteten Lebensspanne individuell von uns beeinflusst werden kann. Genetik bestimmt hier den übrigen Anteil. Sich vor Augen zu führen, dass wir mit alltäglichen Entscheidungen und Gewohnheiten so viel Einfluss auf unser eigenes Leben nehmen können, rückt das Gefühl von Eigenverantwortung in eine deutlich vergrößerte Perspektive und bündelt sich in einer Frage:
Was können wir tun, um länger und gesünder zu leben?
Die Antwort von Dr. Anne Latz fasst die Einflussfaktoren zusammen, die verschiedene Studien hervorgebracht haben:
“Hier hilft der Blick auf die Säulen der Lebensstilmedizin: Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stressmanagement, Umgang mit Noxen, wie beispielsweise Alkohol, sowie soziale Fitness. Diese Basis muss stehen, bevor Supplemente und ‘Biohacking’ eine Rolle spielen. Etwas konkreter sind wichtige beeinflussbare Faktoren: metabolische Gesundheit, Muskelmasse und -kraft, kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit. Besonders relevant sind langfristig stabile und vielfältige Bewegungsgewohnheiten, da sie mehrere biologische Systeme gleichzeitig positiv beeinflussen. Sie stärken u.A. unsere Stoffwechselgesundheit, Muskelmasse und -kraft, Beweglichkeit sowie kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit. Im Alter beugt körperliche Fitness Stürze vor und stärkt die Knochengesundheit.”
Muskelmasse und kardiovaskuläre Fitness sind also Schlüsselelemente, wenn es um das Fundament für Longevity geht. Das zeigt sich auch in den besonders wichtigen Biomarkern*, die mit einer hohen Lebenserwartung verbunden werden: “Zu den stärksten Prädiktoren aus dem Bereich Bewegung und Training gehören die VO₂max als Marker für Herz-Kreislauf-Gesundheit, die Griffkraft als Marker für Muskelkraft ebenso wie Muskelmasse, z.B. gemessen via Bioimpedanzmessung. Ebenso gibt es einige Blutwerte, die einen Hinweis auf die Stoffwechselgesundheit und biologisches Alter geben.”, sagt Dr. Anne Latz.
*Biomarker sind Indikatoren, mit denen der physiologische Zustand des Körpers gemessen werden kann.
Krafttraining als Tool für Longevity
Muskelmasse als Überlebensstrategie
Muskeln sind weit mehr als nur Gewebe, das uns voran bringt. Geringe Muskelmasse (Lean Mass) hängt mit einem um 30 % höheren Risiko für Gesamtmortalität zusammen (vgl. Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle (2023/2025)). Das liegt daran, dass Muskeln eine wichtige Funktion haben. Sie agieren als metabolisches Organ: Sie regulieren den Blutzuckerspiegel und fungieren als Speicher für Aminosäuren, die im Krankheitsfall überlebenskritisch sind. Der Erhalt von Muskelmasse im Alter ist daher keine Eitelkeit, sondern eine Strategie, um die Lebensqualität und -erwartung zu steigern.
Einfluss und Wirkung von Krafttraining
- Mitochondriale Funktion
Mitochondrien sind die Kraftwerke unserer Zellen – Ihre Hauptaufgabe ist die Produktion von ATP, der Form von Energie, mit der unsere Körper betrieben werden. Dr. Anne Latz fasst den Zusammenhang zwischen Muskelaufbau, Mitochondrien und Longevity zusammen: “Progressives Krafttraining verbessert vor allem die mitochondriale Qualität, fördert Reparaturprozesse und unterstützt indirekt Autophagie* über zyklische Belastungs- und Erholungsphasen. Ausdauertraining erhöht die mitochondriale Dichte und oxidative Kapazität. Für Longevity ist die Kombination beider Reize optimal, da unterschiedliche zelluläre Signalwege aktiviert werden.”
Kurz gesagt: Krafttraining hat einen positiven Einfluss auf die Zellgesundheit und -erneuerung.
*Autophagie ist ein Selbstreinigungsprozess des Körpers, bei dem defekte oder alte Bestandteile auf zellulärer Ebene zum Bau neuer Strukturen oder zur Energiegewinnung genutzt werden. - Myokine
Myokine sind Botenstoffe, die durch Krafttraining im Körper freigesetzt werden und entzündungshemmende Effekte haben. Sie verbessern den Glukosestoffwechsel und können chronischen Entzündungsprozessen entgegenwirken. Eine Eigenschaft, die vor allem mit zunehmendem Alter wichtig wird, da Erkrankungen wie Arthrose, Typ 2 Diabetes und Herzkreislauferkrankungen präventiv beeinflusst werden. - Mikrobiom
Krafttraining sorgt dafür, dass sich antiinflammatorische Bakterien im Mikrobiom, also im Darm, häufen (Smith et al. 2026). Genau dort sitzen etwa 70-80% unseres Immunsystems – der Effekt, den Krafttraining hier einnimmt, zahlt ganz konkret auf Longevity ein: Die chronische altersbedingte Zunahme von Entzündungswerten – Inflammaging – reduziert sich (Smith et al. 2026) und die Darmbarriere wird gestärkt, wodurch Endotoxine nicht in die Blutbahn gelangen (Ticinesi et al. 2022). - Funktionale Effekte
Vor allem im fortschreitenden Alter bringt Krafttraining, neben all den bereits genannten Faktoren für verbesserte Gesundheit und mehr Lebensqualität im Allgemeinen, auch mehr Sicherheit. Mehr Muskulatur fördert die Bewegungsfähigkeit und die Balance, was Stürze und damit verbundene Unfälle verhindern kann.
Die optimale Dosis
Laut der umfassenden Dosis-Wirkung Studie (BJSM, 2022), die 16 Studien mit fast 480.000 Teilnehmern untersuchte, senken bereits 30 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche das Sterblichkeitsrisiko (All-Cause Mortality) sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs um 10 % bis 20 %. Den größten Nutzen entfaltet Krafttraining allerdings bei etwa 60-75 Minuten pro Woche, wobei interessanterweise ein höherer zeitlicher Invest keinen weiteren Vorteil bringt. Wichtig hier: Krafttraining ist zwar eine sehr gute Maßnahme, reicht allein aber nicht aus, um die eigene Longevity zu verbessern. Die beste Wirkung erzielt man in Kombination mit Ausdauertraining in einem Verhältnis von etwa 40:60 (Kraft- zu Ausdauer) (Liu et al., 2023 ; Attia & Gifford, 2023, Gorzelitz et al., 2022).
Longevity auf Zellebene
Krafttraining wirkt sogar direkt auf unsere DNA. Eine Untersuchung an über 4.800 Erwachsenen (MDPI Biology, 2024) analysierte den Zusammenhang zwischen Training und der Länge der Telomere (Schutzkappen der Chromosomen). Personen, die ca. 90 Minuten pro Woche Krafttraining absolvierten, wiesen Telomere auf, die etwa 4 Jahre “jünger” waren, als das tatsächliche Alter – Ein weiterer Marker für den Effekt von Krafttraining auf Longevity.
Training für Longevity mit EGYM
Dr. Anne Latz fasst wichtige Parameter für Longevity-Training zusammen:
“Neben Intensität und Volumen sind Trainingsqualität und Bewegungsausführung sowie Regeneration Teil eines guten Trainings [...]. Eine genaue Steuerung der Trainingslast ist besonders wichtig, um gleichzeitig einen ausreichenden Anpassungsreiz zu setzen und Überlastungen zu vermeiden. Digitale Kraftmessung oder objektive Progressionsparameter helfen, Training individualisiert, sicher und langfristig wirksam zu gestalten. Gerade Anfänger:innen können die notwendige Belastung bei Vermeidung von Überlastung nur schwer einschätzen.”
Trainingsqualität
Genau diese Parameter können im Training mit EGYM erfüllt werden. An EGYM Maschinen arbeiten Mitglieder mit elektronischem Widerstand und integriertem Spotter – für maximale Kontrolle, sichere Ausführung und mit voll automatisierter Einstellung. Im EGYM Zirkel folgen Trainierende vordefinierten Trainingsprogrammen, die sie auf Basis ihrer Fitnessziele auswählen können. Die Programme variieren über vier Phasen. Parameter wie Wiederholungszahl und Trainingsmethode ermöglichen so auch Anfängern erfolgreiches Training. Das neue “Longevity” Programm kann beim Training im EGYM Zirkel genutzt werden, um die vorgegebenen Einheiten der Reihe nach an den Geräten zu absolvieren.
Aber auch im Modus EGYM Pro, der Mitgliedern maximale Freiheit in der Gestaltung ihrer Workouts sowie Trainingsmethoden gibt, kann Longevity als Trainingsziel über EGYM Genius AI definiert werden. Mitglieder erhalten die volle Kontrolle über die Steuerung ihrer Trainingslast und können die Time under Tension (Dauer der Muskelkontraktion während der Wiederholung) eigenständig definieren.
Der Unterschied zusammengefasst: Über Genius AI erhält das Mitglied ganzheitliche Trainingspläne, die bei der Wahl des “Longevity”-Ziels nach den entsprechenden Parametern von der KI erstellt werden. Bei Training an den EGYM Maschinen, z.B. im EGYM Zirkel, wird durch die Wahl des Longevity Programms das Training entsprechend vorgegeben.
Motivation
Ein Faktor, der die Nutzung der EGYM Geräte attraktiv macht, ist die Gamification des Trainings. Je nach ausgewählter Trainingsmethode, müssen Mitglieder während ihrer Wiederholungen über die Displays zum Beispiel einen digitalen Punkt in vorgegebenen Kurven bewegen oder eine Fläche höher schieben. Dieser spielerische Ansatz wirkt vielleicht zunächst unscheinbar, motiviert Mitglieder aber unheimlich ihre Übungen präzise und nach vorgegebenen Protokoll auszuführen.
Messbarer Fortschritt
Es wird klar: Das gesamte EGYM Ökosystem ist darauf ausgelegt, Nutzern ein kontrolliertes, intelligentes Training zu ermöglichen, das mit jeder Wiederholung und jedem Satz Daten sammelt und dabei Spaß nicht außen vor lässt. Zusammen mit den Ergebnissen aus der Bioimpedanzanalyse, der Kraft- und der Flexibilitätsmessung vom Onboarding, können Mitglieder ihren Fortschritt tracken und mit BioAge einsehen, wie sich ihre Trainingserfolge auf ihre Gesundheit auswirken. So wird Fortschritt messbar und Longevity als Ziel sichtbar.
Erfahre mehr zum neuen Longevity Trainingsprogramm und Longevity als Genius AI Trainingsziel – verfügbar ab Juli 2026.